Dienstag, 16. Juni 2009Mobbingopfer unter Schülern
Fast jeder dritte Schüler war schon Mobbing-Opfer
Fast ein Drittel der Schüler an weiterführenden Schulen fühlen sich von ihren Mitschülern gemobbt. Das ist das Ergebnis einer Studie an acht Schulen. Noch mehr Jugendliche geben zu, andere zu piesacken. Die Folgen der Schikane: Gemobbte Schüler haben mehr gesundheitliche Probleme und weniger Freunde. An weiterführenden Schulen ist fast jeder dritte Schüler (31,2 Prozent) schon einmal von Klassenkameraden schikaniert worden. Opfer körperlicher Gewalt im Schulumfeld wurde beinahe jeder zehnte Schüler (9,7 Prozent). Das sind Ergebnisse einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg. Als Mobbing-Täter sehen sich demnach 37,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen. 15 Prozent gaben an, sogar körperliche Gewalt gegen Mitschüler eingesetzt zu haben. Gewalttätig werden besonders häufig Jungen: Jeder fünfte (21,5 Prozent) gab an, schon einmal handgreiflich geworden zu sein. Bei den Mädchen sind es hingegen nur 6,5 Prozent. Im Auftrag der DAK hatte die Hochschule 1859 Schüler zwischen 10 und 18 Jahren zu ihren Erfahrungen in den vergangenen drei Monaten befragt. Teilgenommen hatten jeweils eine Haupt- und Realschule sowie jeweils zwei Gesamtschulen, Gymnasien und Berufsbildende Schulen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Bedrängte Schüler haben der Studie zufolge häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Opfer von Mobbing und Gewalt bewerteten ihren Gesundheitszustand schlechter als nicht betroffene Schüler. 14 Prozent der Mobbingopfer leiden unter regelmäßig auftretenden Beschwerden wie Kopf-, Rücken-, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. Bei den nicht bedrängten Schülern sind es nur 4 Prozent. Betroffene setzen außerdem doppelt so häufig Vermeidungsstrategien ein: 30 Prozent der Mobbingopfer gaben an, sich eher zurückzuziehen und sich Probleme nicht anmerken zu lassen. Auch das Sozialverhalten Gemobbter unterscheidet sich von dem der anderen Schüler. 12 Prozent unternehmen nach eigenen Angaben nie oder selten etwas mit Freunden, bei den nicht betroffenen Schülern sind dies nur 4,3 Prozent. (Quelle dpa) Donnerstag, 14. Mai 2009Mobbingtypen
Die unterschiedlichen Mobbingtäter
Gemobbt wird aus verschiedenen Motiven heraus. Dies ist wichtig zu wissen, wenn man als Opfer Gegenmaßnahmen einleiten will oder als Lehrer und Kollege Mobbinghandlungen möglichst schon im Frühstadium unterbinden möchte. Ganz grob können in diesem Sinne Täter in eine Typologie eingeteilt werden: 1. Machtmobber Es handelt sich häufig um Personen, die auf Kosten des Opfers einen Machtgewinn erzielen möchten. Methoden: Ausbooten, ständiges unsachliches Kritisieren, Abwerten der Leistungen des Opfers, Nicht-zur-Kenntnis- Nehmen der Leistungen etc. Mitunter werden gruppendynamische Prozesse ausgenutzt: Opfer wird eine Sündenbockfunktion zugewiesen. Es werden Tribunale inszeniert, auf denen (vom "Mob") auf dem Opfer herumgehackt wird. Machtmobber gehen häufig geschickt und subtil vor. Sie verfügen über entsprechendes Hintergrundwissen, Connections und oft über eine gewisse Skrupellosigkeit. 2. Neidmobber Das Opfer wird attackiert, weil es Eigenschaften hat, die man selber gerne hätte: Titel, Erfolge, Prominenz, Popularität, bessere Fachkenntnisse etc.Methoden: Häufig kommt es zudem zur Abwertung der Person des Opfers, Rufmord. 3. Angstmobber Das Opfer erinnert die Täter an eigene Unzulänglichkeiten, bedroht ihr Selbstwertgefühl. Sie haben Angst vor Veränderungen. Von den bisherigen Gewohnheiten oder von ihren Erwartungen abweichende Verhaltensweisen werden abgewertet, ohne Hinterfragen kritisiert. Angstmobber sind häufig Opfer von Machtmobbern, die bewusst Ängste schüren. Durch Rufmord und gezieltes Intrigieren werden sie gegen Sündenböcke mobilisiert. Methoden: Da Angstmobber häufig stark emotional beeinträchtigt sind, sehen sie die Zusammenhänge sehr einseitig. Das Opfer wird, gleichgültig, wie es sich verhält, negativ gesehen. Oft werden ihm minderwertige Persönlichkeitseigenarten unterstellt. Aus Angst, in einer sachlichen Diskussion den Kürzeren zu ziehen, was wiederum das Selbstwertgefühl beschädigen könnte, werden klärende Gespräche vermieden. ("Darüber will ich jetzt nicht mit dir reden!", "Es hat ja keinen Zweck, mit dir zu diskutieren!".) Angstmobber fühlen sich häufig selbst als Opfer, unverstanden, alleine gelassen. Sie erleben ihr Verhalten nicht selten als Reaktion auf vermeintliches Fehlverhalten des Opfers. 4. Lustmobber Diesen macht es einfach Spaß, andere zu schikanieren, zu intrigieren und für Aufregung zu sorgen. Häufig sind sie auch Machtmobber. Methoden: Die Motive anderer Mobbertypen, besonders Angstmobber, werden geschickt ausgenutzt. Typisch ist das Ausstreuen vager Gerüchte und Unterstellungen. Auch sie neigen zur Inszenierung von Tribunalen, auf denen das Opfer von der Gruppe fertiggemacht werden soll. 5. Hühnerhofmobber Gruppen neigen zur Aufstellung von Hackordnungen. Das ist bei Hühnern nicht anders als beim Menschen. Methoden: Direktes Attackieren, Beschimpfen, Erniedrigen. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass man andere schikaniert. 6. Herdenmobber Als soziales Wesen möchte der Mensch zu einer Gruppe gehören, dort anerkannt und geliebt werden. In der Gruppe fühlt man sich geborgen und stark. Herdenmobber sind für sich alleine häufig sehr unsicher, ängstlich und vermeiden aus diesem Grunde die Diskussion mit dem Opfer. Um dazuzugehören, schließt man sich mehr oder weniger unbewußt einer Gruppennorm an. Das gilt auch für die Auswahl von Mobbingopfern. Durch Gruppendruck kann es zu für Außenstehende verblüffende Wahrnehmungsverzerrungen kommen, durch die das Opfer in einem schlechten Licht gesehen wird. Herdenmobber sind eher wenig eigenständig und selbstkritisch. Sie sind überwiegend Opfer der Gruppendynamik, von Führern und Verführern. Durch Versetzungen und Veränderungen im Gruppensystem können sie friedfertig und kooperativ werden. 7. Der "edle" Mobber Dieser fühlt sich "edel", "hilfreich" und "gut". ER bzw. SIE setzt sich für die gute Seite ein, während andere -so seine Auffassung- gegen das Gute verstoßen. Häufig handelt es sich um Helfer, die mangelnde Sachkunde mit erhöhtem Engagement zu kompensieren versuchen. Durch die Spaltung in Gut und Böse kann man subjektiv seinen eigenen Wert erhöhen. Diesem Mobbertyp begegnet man besonders oft in helfenden Berufen, im Gesundheitswesen und im pädagogischen Bereich. Methoden: Die eigene Person oder Gruppe wird aufgewertet, die scheinbaren oder tatsächlichen Leistungen werden betont. Gleichzeitig wird auf die angeblichen Unzulänglichkeiten des oder der "Bösen" hingewiesen. Es besteht eine Tendenz, sich über diese bei Vorgesetzten zu beschweren. Die Handlungsweisen des Opfers werden nicht hinterfragt, sondern negativ kritisiert. Andere Meinungen werden als Feindseligkeit betrachtet und entsprechend geahndet ("I´m a pacifist - I´ll kill everyone who´s not!"). Verhaltensmuster: 1. Der "freundliche" Mobber: Chronische Mobber sind nicht selten charmant und freundlich. Man traut ihnen Gemeinheiten nicht zu. 2. Der "korrekte" Mobber: Das Verhalten wirkt formal, durchaus höflich. 3. Der Emotionstechniker Viele Mobber spielen geschickt auf der Klaviatur der Emotionen. Dabei wird z.B. der Eindruck erweckt, das Opfer sei böse, der Täter und andere sind gut (Spaltung). Beispiele: 1. Antipathie signalisieren 2. Dem Opfer glauben machen, es sei überall unbeliebt. 3. Einem Dritten gegenüber tiefes Vertrauen signalisieren und gleichzeitig Misstrauen dem Opfer gegenüber betonen. 4. Gut inszenierte Emotionsausbrüche - Weinen, Schreien, Rausrennen, etc. 5. Theatralisch emotional gefärbte Bewertungen, z.B. bei kleinen tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlern. Umgekehrt werden -in der Absicht, das Opfer zu treffen- auch mittelmäßige Leistungen anderer überschwänglich gelobt. 4. Der Verrücktmacher Hier gibt es zwei Ansätze: a) Man kann machen, was man will, es ist auf jeden Fall falsch. Da der Täter das Opfer ja schikanieren möchte, ist er an dessen objektiv guten Leistungen nicht interessiert - eher im Gegenteil b) Der Täter ist unberechenbar. Heute schikaniert er das Opfer, inszeniert dramatische Emotionsausbrüche. Das Opfer ist geknickt. Am nächsten Tag ist er freundlich, scheinbar verständnisvoll. Das Opfer atmet auf und schreibt möglicherweise seine Probleme mit dem Täter der eigenen Überempfindlichkeit zu. 5. Der offene Mobber Dieser macht keinen Hehl aus seinen Absichten. Mitunter kündigen sie sich sogar als Täter an: "Ich bin hier, um den D. abzuschießen". Sie fühlen sich häufig sicher, weil sie sich unterstützt und im Recht fühlen. Es handelt sich häufig um Hühnerhof- und Herdenmobber. Sie werden aber auch gern von intelligenteren oder geschickteren Mobbern (Machtmobbern, Lustmobbern) vorgeschoben. Da offene Aggressoren am ehesten in die Schusslinie geraten, können sich die Drahtzieher im Notfall rechtzeitig zurückziehen. 6. Der "betroffene" Mobber Dieser glaubt wirklich daran, dass das Opfer böse ist. Erkennbar sind sie daran, dass sie bereits bei der ersten Begegnung Ängste und Vorurteile dem Opfer gegenüber zeigen. Sie sind über die angeblich schlechten Eigenschaften des Opfers vorinformiert ("Nimm dich in acht vor...., "Du wirst schon noch sehen....!"). Auch bei gutem Willen, sich sachlich und fair zu verhalten, werden sie sich über den Gruppendruck und selektive Wahrnehmungen bald der Gruppennorm anpassen. Dieser Prozess wird wiederum als "Beweis" für die Bösartigkeit des Opfers herangezogen. Donnerstag, 14. Mai 2009Stalking
Stalking – Grenzen setzen gegen grenzenlose Belästigung
Der Begriff „Stalking“ stammt aus der englischen Sprache und bedeutet in der Jägersprache das „Anschleichen“ oder „Einkreisen der Beute“. Unter Stalking versteht man das ständige Verfolgen oder Belästigen und gar Bedrohen einer Person gegen deren Willen. Ziel eines Stalkers ist es, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln auf sich aufmerksam zu machen und den Kontakt gegen den Willen des Stalkingopfers zu diesem aufzunehmen oder aufrechtzuerhalten. Oft sind die Folgen für die Opfer gravierend, neben Krankheitssymtomen wie: Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen in Verbindung mit Albträumen führt das ständige „sich mit dem Täter beschäftigen“ oft auch zu verringertem Selbstvertrauen und starken Einschränkungen in sozialen Lebensbereichen. In einigen Fällen kann auch ein Verlust des Arbeitsplatzes in Folge häufiger Krankmeldungen das Resultat des Stalkings sein. Es entstehen oft finanzielle Mehrausgaben beim Opfer z.B. für Sicherheitseinrichtungen, Rechtsberatung oder Umzug. Nach statistischen Berechnungen liegt die Basisrate aktuell gestalkter Menschen in Deutschland bei ca. 495 000 Opfern. Frauen sind mit 80% deutlich überrepräsentiert. Nur ein geringer Teil der Opfer (20,5 %) erstattet überhaupt Anzeige bei der Polizei, und nur 11,5 % der Opfer suchen einen Rechtsanwalt auf. Bei 68 % der Opfer dauert die Verfolgung und Belästigung länger als einen Monat, bei 24,4% sogar länger als ein Jahr! (Quelle: www.stalkingpraxis.de) In aller Regel ist dem Stalker das Opfer bekannt (Täter-Opfer-Beziehung). So können Täter beispielsweise ehemalige Lebens- oder Ehepartner, „Freunde“, Arbeitskollegen oder auch Nachbarn sein. Oft sind die Tatmotive Liebeswahn, Beziehungswunsch, Rache, Macht, und Kontrolle oder eine Mischung daraus. Stalker benutzen oft folgende Arten der Belästigung oft auch mehrere davon gleichzeitig: • Kontaktaufnahme per Telefon (SMS, Anrufbeantworter etc.), PC (E-Mails, ICQ, etc.) Brief, Fax etc. Die Kontaktaufnahme erfolgt auch „zu den unmöglichsten Zeiten“. • Vermeintliche „Liebesbezeugungen“ durch Liebesbriefe, Blumen, kleine und auch größere Geschenke. Diese werden häufig durch Boten oder gemeinsame Freunde oder Bekannte überbracht (Zeugen!). Manchmal auch auf den Schreibtisch im Büro gelegt oder vor die Tür der Wohnung des Opfers gestellt. • Verfolgen und Auflauern des Opfers z.B. auf dem Weg zur Schule / Arbeit, am Arbeitsplatz, beim Shoppen oder anderen Freizeitaktivitäten und Hobbies auch Verein und Sport! • Falschbeschuldigungen und üble Nachrede z.B. gegenüber Freunden und Bekannten aber auch dem Arbeitgeber, Arbeitskollegen (Mobbing), Mitschülern und Nachbarn • Das Ausfragen von Nachbarn, Freunden und Arbeitskollegen • Sachbeschädigungen an der Wohnung (Briefkasten, Türschloss etc.) oder Auto / Fahrrad des Opfers • Bestellung von Waren aller Art im Namen des Opfers • Anbringen von Zetteln in Einkaufsmärkten mit Name und Adresse des Opfers • Anbringen von Plakaten mit obszönen oder beleidigendem Inhalt in der Wohngegend des Opfers • Beleidigungen, Verleumdungen, Nötigungen und Bedrohungen Die Opfer fühlen sich den Tätern gegenüber oft hilflos ausgeliefert. Dies führt bei den Stalkingopfern sogar in manchen Fällen zu psychischen Erkrankungen. Das auch hat der Gesetzgeber erkannt und daher ist am 31.03. 2007 das sogenannte „Anti-Stalking-Gesetz“ in Kraft getreten. (§ 238 StGB, Nachstellung) Der neue Straftatbestand in § 238 des Strafgesetzbuches (StGB) hat folgenden Wortlaut: § 238 Nachstellung (1) Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indem er beharrlich 1. seine räumliche Nähe aufsucht, 2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht, 3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen, 4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht, oder 5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder eine andere dem Opfer nahestehende Person durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt. (3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahestehenden Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren. (4) In den Fällen des Absatzes 1 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält. (Quelle: www.bmj.de) Beim Stalking können auch weitere Straftatbestände in Betracht kommen (Beleidigung, Nötigung, etc.) Unabhängig von der Strafbarkeit der Tat selbst ist der Erfolg einer Strafanzeige stark von der Beweisbarkeit des Handelns des Stalkers abhängig. Hier empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Dokumentation z.B in einem Tagebuch (Zeit, Ort, Vorgehensweise eventuell auch Zeugen) anzufertigen. Schriftstücke wie z.B. Briefe, E-Mails oder SMS aufbewahren und sichern. Anrufe auf Mailbox oder Anrufbeantworter speichern und sichern. Schmierereien oder Sachbeschädigungen vor dem Entfernen oder Reparieren fotografieren. Principiis obsta- Wehret den Anfängen! Es ist wichtig möglichst frühzeitig den aktiven Kontakt zum Stalker konsequent zu vermeiden. Keine Anrufe des Täters mehr entgegennehmen, kein persönliches Treffen. Frühzeitig eine Vertrauensperson, ggf. auch Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzte zu informieren kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Das Abmelden bzw. Ummelden des Telefonanschlusses oder falls dies nicht möglich ist, das Einrichten eines zweiten privaten Anschlusses (Eintrag im Telefonbuch/Auskunft verweigern!) wäre ebenfalls in Betracht zu ziehen. Bei modernen Telefonen kann die Rufnummer des Anrufers vor dem Annehmen des Gespräches im Display abgelesen werden. Auch das Installieren eines vorgeschalteten Anrufbeantworters wäre zu überlegen. Selbstbehauptungskurse für Frauen können einen sinnvollen Teil dazu beitragen, das Selbstwertgefühl dieser zu erhöhen. Dabei lernen sie, sich in bestimmten Situationen nicht nur körperlich zur Wehr zu setzen sondern auch, sich Gehör zu verschaffen. Es geht dabei auch um die Art und Weise, wie man in bestimmten Situationen auftritt. Generell ist mit vertraulichen und persönlichen Angaben sehr vorsichtig umzugehen. Wer kennt nicht die vielen „netten“ Werbebriefe oder Spammails die man meist dann erhält, wenn man bei einem oft unseriösen Gewinnspiel seine Adresse angegeben hat! Das Preisgeben persönlicher Daten im Internet (Chatrooms, Foren etc.) ist ebenfalls mehr als bedenklich! Die Annahme nicht bestellter Warensendungen auf jeden Fall verweigern. Nachbarn bitten Warensendungen nur dann anzunehmen, wenn man sie explizit darum gebeten hat! Insbesonders wenn die Annahme mit der Zahlung einer Nachnahmegebühr verbunden ist! Fachliche Hilfe Bei akuter Bedrohung leistet die Polizei Hilfe. Darüber hinaus können während oder nach dem Stalking helfen: • Spezielle Beratungdienste für Frauen und Männer • Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen • Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen • Trauma- und Opfer-Beratungszentren (Weißer Ring) (Quelle: Weißer Ring, Broschüre „Belästigt Verfolgt Bedroht“) Brian Smith Arbeitskreis Gewaltprävention
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